Hautbiopsien in der Veterinärmedizin

Die Hautbiopsie in der Veterinärmedizin

Wann werden Hautproben entnommen?
Biopsien sollten in allen Fällen entnommen werden, in denen die vermutete Ursache der Hauterkrankung im Bereich der tieferen Hautschichten liegt, also Autoimmunerkrankungen, Störungen im Bereich der Haarfollikel, Pigmentierungsstörungen oder Tumorerkrankungen der Haut vermutet werden. Außerdem in allen Fällen, wo aufgrund einer scheinbar sicheren Diagnose die übliche Behandlung nicht den gewünschten Erfolg zeigt.

Was ist vor der Entnahme zu beachten?
Tiere mit starken Hautveränderungen durch Entzündungsreaktionen an den geplanten Entnahmestellen sollten zuvor mindestens 2 Wochen mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, um die Entzündungsreaktion und damit alle Entzündungszellen zum Abklingen zu bringen. Geschieht dies nicht, können die Entzündungszellen alle eventuell noch vorliegenden, oft sehr subtilen Veränderungen durch die eigentliche Erkrankung maskieren, und selbst der beste Histopathologe kann keine ursächliche Diagnose stellen, sondern lediglich zur Wiederholung der Probenentnahme nach entsprechender Behandlung raten.
Die lokale und systemische Gabe von Kortikoiden sollte mindestens 2 Wochen vor Probenentnahme abgesetzt werden.

Welche Entnahmetechniken gibt es?
Mittel der Wahl ist die sogenannte Stanzbiopsie. Hierzu kommt in den meisten Fällen die sterile Einmalhautstanze Biopsy Punch (z. B. Biopsy Punch Faroderm) zur Anwendung, eine Art rundgeschliffenes Skalpell. Der gebräuchliche Durchmesser für eine aussagekräftige Probe ist 6 mm, in Ausnahmefällen (spezielle Stellen und sehr kleine Tiere) auch nur 4 mm. Das Gerät wird am Entnahmeort auf die Hautoberfläche aufgesetzt und unter einer Drehbewegung soweit in die Haut getrieben, bis das Fettgewebe erreicht ist. Die Probe wird dann mittels Nadel oder Pinzette angehoben und an der Basis abgetrennt. Die Wunde wird anschließend mit einem Druckverband oder mit einem selbstauflösenden Faden meist nur mit einem Stich verschlossen.

Wie werden die Proben entnommen?
Die Probenentnahme erfolgt fast immer in kurzer Allgemeinanästhesie. Falls erforderlich, kann evtl. der Entnahmeort noch zusätzlich mittels örtlicher Betäubung durch Unterspritzen mit Lidocain-HCl 1% vorbehandelt werden. Vereisungssprays oder Ähnliches würden die Epidermis so stark verändern, dass sich die Aussagekraft der Probe eingeschränkt würde. Aus dem gleichen Grund unterbleibt auch das Scheren des Entnahmebereiches.
Grundsätzlich werden mindestens 3 Proben entnommen, bei verschiedenartigen Hautveränderungen am besten von den unterschiedlichen Stadien. Treten kahle Stellen oder Änderungen der Pigmentierung auf, wird grundsätzlich eine Probe von unveränderter Haut zum Vergleich für den Histopathologen entnommen, üblicherweise aus dem Schulterbereich.

Wie sieht die Nachsorge aus?
Es gibt nur wenige Hautwunden, die schneller und unkomplizierter heilen als die kleinen Entnahmeorte von Hautbiopsien. Aus diesem Grund werden sie in den USA auch gar nicht genäht, man lässt sie wie Schürfwunden einfach zuheilen. In Deutschland werden die Stellen genäht. Man sollte zwar den Patienten daran hindern, die Stellen zu benagen, abzulecken oder sonst wie zu bearbeiten, aber selbst wenn ein Faden vorzeitig gezogen wird, heilt die Wunde normalerweise ohne weitere Probleme ab. Da in der Regel Nahtmaterial verwendet wird, das sich von selbst auflöst, müssen auch keine Fäden gezogen werden.

Die Stanzbiopsie mit der Faroderm Hautstanze (Biopsy Punch) ist ein standardisiertes Verfahren zur Gewinnung von Hautproben.
Faroderm Hautstanzen (Biopsy Punch) als sterile Einmalinstrumente, gibt es in den Größen: 2/3/4/5/6 und 8 mm