Hautbiopsien in der Urologie

Hautbiopsien in der Urologie

Bei sichtbaren Veränderungen der Genitalhaut verfahren viele
Männer nach der Vogel-Strauß-Taktik. Der Arzt wird erst eingeschaltet,
wenn die Läsion schon weit fortgeschritten ist oder Beschwerden macht. Neben relativ harmlosen Ursachen  wie Pilzbefall oder einer Kontaktdermatitis gilt es vor allem,
Präkanzerosen, aber auch sexuell übertragbare Erkrankungen abzuklären. Eine Biopsie ist einfach durch zu führen und hilft in vielen Fällen, die Diagnose zu sichern.

Indikationen zur Biopsie
Chronisch entzündliche, ulzerative und malignitätsverdächtige Hautveränderungen erfordern Biopsien und histopathologische Begutachtungen, um die klinisch teilweise schwer differenzierbaren Läsionen eindeutig zuordnen und längerfristige Fehlbehandlungen vermeiden zu können.
Die Festlegung weiterer therapeutischer Schritte sollte bei Präkanzerosen und Karzinomen des Penis grundsätzlich allein anhand vorliegender Histologien erfolgen. Nicht nur die Klärung der Dignität, sondern auch der Infiltrationstiefe und der Tumordifferenzierung (Grading) sind in diesem Zusammenhang entscheidend. Ernsthafte Komplikationen oder eine Tumoraussaat durch Genitalbiopsien sind in der Literatur bislang nicht berichtet  worden. Allein maligne Melanome des Penis bilden hier eine Ausnahme.
Diese sollten nicht durch Biopsie sondern durch primär vollständige Resektion im Gesunden einer histopathologischen Begutachtung zugeführt werden.

Wie wird biopsiert?
Es stehen unterschiedliche Hilfsmittel und Instrumente für Genitalbiopsien zur Verfügung. Unabhängig vom verwendeten Instrumentarium muss bei der Biopsie sichergestellt sein, dass ausreichend tief und möglichst im Grenzgebiet zwischen auffälliger Genitalläsion und Normalepithel biopsiert wird. Dies allein ermöglicht histopathologische Aussagen zur Infiltrationstiefe der Hautveränderung und hilft so, klinisches Understaging zu vermeiden.
Bei flächenhaft ausgedehnten oder klinisch uneinheitlich imponierenden Genitalläsionen sind mehrere Biopsien indiziert, um alle Aspekte der Läsion erfassen zu können. Das Biopsiematerial sollte möglichst frei von Quetsch- und Koagulationsartefakten sein. Aus diesem Grunde sind scharfe Hautbiopsien geeigneter als Zangen- oder Elektroresektions-biopsien. Sollen infektiöse Erreger wie Bakterien, Pilze oder Viren in den Biopsien nachgewiesen werden, sind entsprechende Transportmedien und mikrobiologische Probenverarbeitungen zu beachten.

Einmalinstrumente
Werden mehrere Biopsien durchgeführt, sollten auch beispielsweise zum Nachweis unterschiedlicher zugrunde liegender Erreger (z. B. verschiedene HPV-Genotypen) Einmalinstrumente bevorzugt verwendet werden. In unterschiedlichen Fachgebieten wie Dermatologie, Gynäkologie und Urologie haben sich daher vorzugsweise
sterile Einmalhautstanzen (z. B. Biopsy Punch Faroderm) und Einmal Ring-Küretten bewährt. Während sich die scharfen Küretten zum Abtragen einzelner und unterschiedlich tiefer Schichten besonders eignen, liefern die Hautstanzen Gewebezylinder, die eine optimale histopathologische Begutachtung garantieren.

Auszug aus:
P. Schneede, D. Frimberger, E. Hungerhuber, A. Hofstetter;
MMW-Fortschr. Med. 145 (2003), 406-408

Die Stanzbiopsie mit der Faroderm Hautstanze (Biopsy Punch) ist ein standardisiertes Verfahren zur Gewinnung von Hautproben.
Faroderm Hautstanzen (Biopsy Punch) als sterile Einmalinstrumente, gibt es in den Größen: 2/3/4/5/6 und 8 mm