Anwendungstipps von Experten

Die Hautbiopsie

Tipps

· Insbesondere zur Sicherung der Diagnose sollten Biopsien
(z.B. mit Faroderm Biopsy Punch) möglichst frühzeitig entnommen werden. Dies gilt v. a. dann, wenn die klinischen Differenzialdiagnosen eingegrenzt werden sollten, oder wenn sich Veränderungen trotz vermeintlich korrekter Diagnose und Therapie verändern oder ausbreiten.

· Prinzipiell sollte nach Primärveränderungen gesucht und diese
bevorzugt entnommen werden, evtl. auch dieselbe Veränderung
in unterschiedlichen Stadien.

· Veränderungen mit Selbsttraumatisierung, chronische Veränderungen oder durch den Besitzer vorbehandelte Bereiche (z. B. mit topischen Glucocorticoiden) sollten möglichst vermieden werden.

· Bestehen gut demarkierte Veränderungen mit scharfem Übergang zu klinisch gesunder Haut, sollte eine Exzisionsbiopsie gewählt werden, da nur sie verändertes Gewebe, den kompletten Übergang und klinisch gesundes Gewebe darstellen kann.

· Manchmal ist es sinnvoll, mehrere Hautveränderungen zu biopsieren, um dem Krankheitsprozess in unterschiedlichen Stadien seiner Entwicklung darzustellen

· Auch wiederholte Biopsien über einen längeren Zeitraum hinweg können erforderlich sein, wie z.B. bei Mykosis fungoides, die in ihren frühesten Stadien häufig keine sicheren diagnostischen Veränderungen zeigt.

· Großer Wert ist auf ein vollständiges Ausfüllen des Untersuchungsantrags zu legen, insbesondere auch auf Verteilungsmuster und Art der Veränderungen, Entnahmeorte, vorherige Therapien und klinische Verdachtsdiagnosen

· Grundsätzlich sollte mit der Untersuchung ein erfahrener Dermatohistopathologe betraut werden, mit dem evtl. auch die Resultate später diskutiert werden können

Mögliche Fehlerquellen

Entnahme nicht repräsentativer, weil noch nicht voll entwickelter
oder bereits chronisch veränderter Läsionen

Entnahme von Veränderungen mit Selbsttraumatisierung oder andere Gründe, warum die Epidermis geschädigt ist oder fehlt

Entnahme von sekundären und damit weniger diagnostischen Veränderungen

Entnahme von Proben aus Bereichen mit topischer Vorbehandlung
(v. a. mit Glucocorticoiden)

Bei der Vorbereitung darf die Epidermis keinesfalls traumatisiert werden.

Bei der Probenentnahme darf auch die Probe nicht traumatisiert, gequetscht oder aufgespießt werden. Vermieden werden müssen insbesondere Drehen des Punchs in verschiedene Richtungen und daraus entstehende Scherkräfte, die zu Artefakten führen können

Zu viel Druck und zu wenig Drehbewegung bei der Entnahme von Stanzbiopsien

Stumpfe, das Gewebe traumatisierende Punchs

Exzisionsbiopsien sollten nicht länger als 2 cm sein.

Entnahme von zu oberflächlichen und damit nicht repräsentativen
Proben. Die Biopsie sollte stets bis ins Fettgewebe reichen. Der veränderte Gewebswiderstand bei der Punch-Biopsie
zeigt an, wann das subcutane Fettgewebe erreicht ist, also die
Probe tief genug entnommen wurde. Ein Gefühl hierfür bekommt
man durch entsprechende Übung.

Bei Exzisionsbiopsien auch sofortiges Verbringen der entnommenen Probe in Formalin: Das spontane Aufrollen der Probe im Fixativ führt zu Artefakten, v. a. Spaltbildungen

Die Stanzbiopsie mit der Faroderm Hautstanze (Biopsy Punch) ist ein standardisiertes Verfahren zur Gewinnung von Hautproben.
Faroderm Hautstanzen (Biopsy Punch) als sterile Einmalinstrumente, gibt es in den Größen: 2/3/4/5/6 und 8 mm